Walter Eglin

Der Künstler Walter Eglin wohnte von 1941 bis zu seinem Tod 1966 in Diegten. Zur Zeit seiner grossen Arbeit am Mosaik für das Kollegiengebäude der Universität Basel erwarb er den Nebenhof Weidli bei Oberdiegten, dessen Scheune er als Atelier benutzte.

Anlässlich zu seinem 100. Geburtstag errichtete die Gemeinde Diegten 1995 auf dem Friedhof eine schlichte Gedenkstätte.

Walter Eglin wurde am 10. März 1895 in Känerkinden geboren. Er entstammte einer Posamenter- und Kleinbauernfamilie. Gegen alle Vorbehalte und Widerstände machte er eine 5 jährige Ausbildung an der Landeskunstschule Karlsruhe und der Akademie für bildende Künste in Stuttgart.

Auf der Suche nach geeigneten Steinen für seine Mosaiken durchstreifte Walter Eglin grosse Gebiete der näheren und weiteren Umgebung. Dabei wurde er von manchen als Nichtsnutz betrachtet, als Spinner und Tagedieb. Andererseits halfen gute Nachbarn und Freunde die gesammelten Steine heimtransportieren oder brachten gar aus freien Stücken einen Rucksack voll bunter Steine aus den Alpen mit.

Walter Eglin war von Kind auf stark mit der Natur verbunden. Ihm ist es weitgehend zu verdanken, dass der Chilpen unter Naturschutz gestellt wurde. Auf seine Initiative wurde 1952 der "Verein für Natur- und Heimatschutz Diegten" gegründet.

1959/60 schuf er das Sgraffito und das Glasfenster an der vorderen Wand in der Diegter Kirche. Nach seinen Entwürfen wurden die Staketen bei der Emporenbrüstung geschnitzt. Bei den Ziermalereien an der Kirchendecke arbeitete Walter Eglin, der auch Mitglied der Baukommission war, selber mit.

Über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde Walter Eglin im Jahre 1959 mit dem monumentalen Mosaik "Luther vor der Reichstag" in der Dreifaltigkeitskirche in Worms.

Ein Wendepunkt im Leben des 65jährigen war der Aufenthalt im Künstlerkibbuz Beit Hashitta in Israel in den Jahren 1960/61. Begeistert, voll neuer Eindrücke kam er zurück. Ganz neuartige Bilder entstanden - ungewohnte Pflanzenformen, surreale Menschen-, Tier und andere Gestalten, wie er sie nach seinen eigenen Worten in aufgeschlagenen Steinen im Negev gefunden hatte.

1963 widmete die Basellandschaftliche Kunstvereinigung Walter Eglin eine Ausstellung seines Werks im Schloss Ebenrain in Sissach. Sie wurde zu einem ungeahnten Erfolg, welcher Walter  Eglin Auftrieb und neue Schaffenskraft gab.

Leider überfiel ihn bald ein schweres Leiden. Von einer Magenoperation 1965 erholte er sich nicht mehr. Vom September 1965 bis zu seinem Tode am 3. Februar 1966 schuf er, in der letzten Zeit unter grossen Schmerzen und mit fast übermenschlicher Willenskraft, seine letzten Werke, die 25 Holzmonotypien.

Walter Eglin

Gedenkstätte Friedhof Diegten zum 100sten Geburtstag