Der Chilpen  (Fotos unter Bilder)

Diegten besitzt eine Kostbarkeit von nationaler Bedeutung: Das Naturschutzgebiet Chilpen mit seinen seltenen Pflanzen.
Sein exotischer Charakter mit Krüppelföhren und Wacholdersäulen erinnern einem an Ferien in den Bergen oder Südfrankreich. Bekannt ist der Chilpen vorallem für seine Orchideen. Welches andere Gebiet in der Region kann schon mit über 20 Orchideenarten aufwarten?

Lage
Der Chilpen liegt rund einen Kilometer östlich von Diegten. Seine Bodenstruktur ist entscheidend für den speziellen Charakter. Der Untergrund mit dem Effingermergel ist sehr ton- und kalkreich, ohne Krümelstruktur. Bei Regen und Schnee vernässt er sofort, bei Sonne trocknet er sehr rasch ab und wird rissig. Dadurch wird es möglich, dass hier Trockenrasen- und Sumpfpflanzen nebeneinander gedeihen. 1977 wurde das Gebiet in das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgenommen.

Pflanzen
Im Chilpen kommen alle vier in der Schweiz vertretenen Ragwurzarten vor - Spinnen-, Fliegen-, Bienen- , Hummelragwurz. Der Chilpen weisst möglicherweise den grössten Spinnragwurzbestand des Jura auf, je nach Jahr zwischen 250 und 500 Exemplaren.
Neben Orchideen kommen noch viele weitere, zum Teil seltene Pflanzen und Blumen vor. So können im Herbst auch Flockenblumen, Silberdisteln und Enziane beobachtet werden.
Auch unter den Straucharten finden sich Besonderheiten, wie der Gemeine Wacholder, die wilde Berberitze, der Faulbaum und die Filzige Steinmispel.

Gefährdung
Der heute wichtigste Gefährdungsgrund ister der Erholungstrieb. Vor allem Fotografinnen und Fotografen schaffen immer neue Trampelpfade. Um die einzige Purpurorchis herum sind unscheinbare Orchideen verschwunden, weil sie jedes Jahr zertrampelt wurden.
Es wird versucht den Strom der Besucher und Besucherinnen zu lenken und einzelne Trampelpfade zu sperren.
Um die heutigen Artenvielfalt und die Schönheit des Gebietes zu erhalten, müssen die alten Nutzungen nachgeahmt werden. Rodungen um den Blumen wieder Licht zu verschaffen sind genau so notwendig, wie das Mähen gewisser Gebiete im Spätherbst.